Berichte

Samstag, 29.02.2020 - 01.03.2020

Winterwochenende

Tourenleitung: Katharina Garhammer, Simon Schwarz

Winterwochenende der Jugendgruppe auf der Goiserer Hütte.

Schneetreiben und Sonnenschein

In jeder Hinsicht den richtigen Zeitpunkt hat die Jugendgruppe des Deutschen Alpenvereins Pfarrkirchen für ihr Winterwochenende auf der Goiserer Hütte Anfang März erwischt. Noch war die Pandemie nicht weitgenug fortgeschritten, noch war der Winter nicht gewichen und der Hüttenwirt auch noch extra für die 20 Kinder und Jugendlichen aufgemacht.

Der Weg dorthinauf zum Hüttenwirt Max war natürlich nicht leicht. Unten war der Schnee zwar nur zu erahnen, doch während des Aufstiegs kam man mehr und mehr in eine Winterlandschaft hinein und fand sich schließlich kurz vorm Ziel im größten Schneetreiben wieder. Während die älteren schon voraus marschierten, um ihr Gepäck abzuladen und anschließend den Jüngeren zu Hilfe zu kommen, hielten diese tapfer durch. Endlich angekommen, waren es jedoch wiederum die "Kleinen", die plötzlich hellwach und ausgelssen waren. Ein eigentlich viel zu steiler Hang hinter der Hütte war die perfekte Rutschbahnum im Tiefschnee voranzukommen, ein Schneehaufen der ideale Grabungsort für ein Iglu. Langsam aber sicher fanden jedoch alle den Weg in die Betten - der unendliche Nachschub an sehr leckerem Abendessen half dabei sicher mit.

So ausgeruht ließ es sich ein Teil nicht nehmen, am nächsten Morgen den Sonnenaufgang vom Gipfel des "Kalmberg" zu genißen, auch wenn das eine Stunde Aufstieg in früher Winterkälte bedeutete. Nach dem Frühstück war jedoch klar, dass alle raus wollten - 30cm Neuschnee und strahlender Sonnenschein versprachen die perfekte Winterlandschaft. Und während einige an rutschbahn und Iglu weiterfeilten oder das Snowboardfahren erlernten, machte sich eine zweite Gruppe auf zum Mittags-Gipfelsturm. Der herrliche Weitblick belohnte die Mühe großzügig.

Ebenfalls eine Belohnung wartete auf der Hütte: eine reichliche "Brotzeit", die man mitgebracht hatte und schließlich nicht wieder mit ins Tal nehmen wollte, musste verputzt werden, was jedoch keine sonderliche Herausforderung war. Frisch gestärkt übte man sich in einer etwas größeren Herausforderung, der "Piepser-Suche", ein Training für die Lawinen-Verschütteten-Suche, das Neulinge und Erfahrene im Umgang mit den Geräten schult, um im Enrstfall bereit zu sein.

Trotz der Neuschnee-Mengen war die Gruppe in Sicherheit, der Abstieg über den präparierten Versorgungsweg war zum Teil sogar ein Aufstieg, so dass sich manch einer schon fragte wie das am Ende überhaupt ins Tal führen soll. Doch auch hier wartete die Belohnung am Schluss und man raste auf den Rutscherln rasant bergab, manche wortwörtlich über Stock und Stein als der Schnee nachließ.

Und so schnell war es leider auch vorbei unser perfektes, wenn auch anstrengendes, Winterwochenende im Tennengebirge und bei frühlingshaftem Wetter im Tal scheint es unwirklich, wenige Stunden zuvor noch durch hüfthohen Schnee gestapft zu sein.