Berichte

Samstag, 11.07.2026 - 12.07.2026

Piccard-Weg bei Obergurgl mit Ramolhaus-Übernachtung (Warteliste auf Anfrage noch möglich)

Tourenleitung / Ansprechpartner: Marcus Urban

Alpenverein Pfarrkirchen unterwegs auf den Spuren Piccards im hinteren Ötztal im hochalpinen Gelände

Eine beeindruckende zweitägige Wanderung führte eine neunköpfige Gruppe des Alpenvereins Pfarrkirchen unter der Leitung von Tourguide Marcus Urban in das hintere Ötztal. Auf den Spuren des Schweizer Wissenschaftlers und Forschers Auguste Piccard erlebten die Teilnehmer eine abwechslungsreiche Tour am Fuße der imposante Gletscherwelt rund um Obergurgl, begleitet von bestem Wanderwetter, spektakulären Ausblicken und zahlreichen Begegnungen mit der alpinen Tierwelt.

Bereits am ersten Tag zeigte sich die Bergwelt von ihrer schönsten Seite. Von Obergurgl aus führte der Aufstieg zunächst vorbei am beeindruckenden Beilsteinwasserfall, dessen tosende Wassermassen eindrucksvoll die Kraft des Schmelzwassers demonstrierten. Mit zunehmender Höhe eröffnete sich den Wanderern ein immer weiter werdender Blick auf den mächtigen Gurgler Ferner sowie auf die zahlreichen umliegenden Gletscher, die die Ötztaler Alpen prägen.

Der Weg zum Ramolhaus verlangte zwar Kondition, belohnte die Gruppe jedoch mit einer einzigartigen Hochgebirgslandschaft, wo auch ein Bartgeier majestätisch seine Kreise zog.

Das auf 3.006 Metern gelegene Ramolhaus inmitten einer grandiosen Gletscherkulisse bot einen perfekten Stützpunkt für die Übernachtung. Bei toller Weitsicht konnte man von der Sonnenterrasse aus die umliegenden Dreitausender und die Eisströme der Gletscher in ihrer ganzen Pracht bewundern. Die Teilnehmer waren begeistert von der großartigen Atmosphäre und der ausgezeichneten Verpflegung, so dass auch der Abend in der Hütte sehr kurzweilig verlief.

Der zweite Wandertag begann erneut bei idealen Bedingungen. Zuerst erfolgte ein Abstieg zur bekannten Piccardbrücke um die Gurgler Ache überqueren zu können. Die 140 Meter lange und spektakuläre Hängebrücke überspannt in über 100 Metern Höhe die tief eingeschnittene Schlucht, wo das Schmelzwasser des Ferners abfließt. Benannt nach Auguste Piccard, der hier bei seinem Höhenflugrekord im Jahr 1931 Notlanden musste, nachdem er den Rekord von 16.000 Metern Höhe aufgestellt hatte. Die Brücke verbindet eindrucksvoll Naturerlebnis und Ingenieurskunst. Der Blick hinab auf die tosenden Wassermassen sowie auf die umliegenden Fels- und Gletscherlandschaften sorgte bei den Wanderern für bleibende Eindrücke.

Anschließend führte der Weg weiter über abwechslungsreiches Auf und Ab vorbei an der Langtalereckhütte. Immer wieder konnten Murmeltiere beobachtet werden, die zwischen den Felsen pfeifend ihre Reviere verteidigten. In der Hütte legte die Gruppe eine wohlverdiente Mittagsrast ein und genoss die gute Küche. Bei regionalen Spezialitäten und herrlichem Panorama ließ man die Wanderung nochmals Revue passieren. Gestärkt machte sich die Gruppe schließlich auf die letzten Kilometer zurück nach Obergurgl, wo Schafherden und friedlich grasende Haflinger stellenweise den Weg säumten und für zusätzliche alpine Idylle sorgten.

Nach rund zwei erlebnisreichen Tagen blieb das Fazit einhellig: Die Tour vereinte alles, was eine gelungene Alpenvereinswanderung ausmacht – beeindruckende Hochgebirgs-landschaften, intensive Naturerlebnisse, perfekte Wetterbedingungen, interessante Wegpunkte und eine tolle Gemeinschaft.

Für die Teilnehmer wird die Wanderung auf den Spuren Piccards durch die faszinierende Gletscherwelt des hinteren Ötztals sicherlich noch lange in bester Erinnerung bleiben.